
In Zeiten von Social Media und Short-form-Content ist es längst ein bekanntes Phänomen, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne stark abgenommen hat. Immer mehr Menschen ziehen kompakte audiovisuelle Formate langen Texten vor. Wer auf der Suche nach einem Curry Rezept ist, schaut sich das Video einer indischen Koch-Influencerin an und wer schon wieder einen Fahrradplatten hat, sucht nach einem Video-Tutorial, anstatt eine Step-by-Step Anleitung durchzulesen.
Gerade für Unternehmen ist das eine essenzielle Erkenntnis, wenn es um Wissensvermittlung geht. Was das für den B2B-Bereich bedeutet, erklärt der Artikel „Was können animierte Erklärvideos und wie sollen sie aussehen?“ sehr anschaulich. In diesem Beitrag soll es nun um den Mehrwert und die Anwendung innerhalb des eigenen Unternehmens gehen. Denn auch hier lässt sich der Arbeitsalltag mit Bewegtbild oft einfacher gestalten und kann dem Verlust von Wissen entgegenwirken.

Neue Mitarbeiter*innen finden
Nehmen wir an, Ihre Firma möchte neue potenzielle Mitarbeiter*innen auf sich aufmerksam machen. Die Firma hat schon eine sehr informative Webseite, auf der alle Bereiche, Leistungen und sonstige Informationen vermerkt sind – allerdings in Textform. Das Risiko, noch unwissende Leute mit einer Textwand zu erschlagen, wird heutzutage stetig steigen.
Textblöcke sind out – Bewegtbild ist in.
Warum dann nicht die Möglichkeit bieten, sich mit einem Video einen schnellen, bequemen und leicht verdaulichen Überblick zu verschaffen? Wer sich darüber hinaus informieren will, kann dann zusätzlich die Details nachlesen.
Neue Mitarbeiter*innen einlernen
Wenn es so weit ist, dass Sie eine neue Person im Team willkommen heißen, wird es darum gehen, sie möglichst gut in die Strukturen, Arbeitsweisen und das Wissen des Unternehmens einzuarbeiten, ohne sie zu überfordern. Beim Onboarding kann es sinnvoll sein, diese Inhaltsvermittlung häppchenweise als Videoreihe vorzubereiten. Ein Beispiel wäre ein Screencast, wo Schritt für Schritt erklärt wird, wie man sich in einem Programm anmeldet oder wie man sich am Anfang durch die Benutzeroberfläche klickt. Auch lassen sich Videos ideal mit einem kleinen Quiz verbinden, bei dem das Erlernte im Anschluss direkt getestet werden kann. So kann ein reibungsloser Arbeitsstart gestaltet werden.

Interne Abläufe erklären
Nicht selten passiert es, dass man einen simplen Ablauf mal vergisst. Wie ging das nochmal mit der Reisekostenabrechnung? Wie logge ich mich nochmal in das Portal des Kunden ein? Solche Fragen lassen sich schnell und einfach mit Screencasts beantworten, die für alle Teammitglieder zugänglich in eine Wissensdatenbank hinterlegt werden.
Über Projekt-Updates informieren
Bei drehmoment hat sich der Kommunikations-Channel „Projektvideos“ etabliert, in dem regelmäßig Updates aus verschiedenen Projekten mit dem gesamten Team geteilt werden. In nur wenigen Minuten können sich auch diejenigen über die Arbeit der anderen informieren, die sonst in einem anderen Bereich tätig sind. So kann sichergestellt werden, dass alle ohne großen Aufwand auf den neusten Stand gebracht werden.
Auch für die Vorstellung von Ergebnissen – ob intern oder extern – kann mit einem kurzen Trailer nicht nur Lust auf das Thema gemacht werden oder die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen auf sich gelenkt werden, sondern auch ein guter Einstieg für eine Besprechung geschaffen werden, bei dem alle einen Überblick über das Thema und die Fortschritte bekommen.
Checkliste für ein gelungenes Video
Jedes Video sollte möglichst zielgruppenspezifisch konzipiert und stilistisch umgesetzt werden. Dabei helfen folgende Fragen:
- Wen wollen wir ansprechen?
- Was soll vermittelt werden?
- Welcher Stil passt dazu? Welches Format? – Animation, Screencast, echte Menschen?
- Welche Länge soll das Video haben?
- Welcher Tonfall ist angemessen?
Gerade beim Onboarding gilt es, Informationen sehr klar und verständlich, sowie leicht verdaulich zu vermitteln. Bei der Dokumentation interner Abläufe geht es um die konkreten Schritte, die auch mit Pfeilen und anderen Elementen hervorgehoben werden können. Bei Projektupdates kann wiederum davon ausgegangen werden, dass ein gewisses Grundwissen da ist. Jedes Video sollte entsprechend gestaltet sein.
Fazit
Selbstverständlich sind Videos kein Allwundermittel. Wenn es darauf ankommt, möglichst schnell eine Information zu finden, macht es natürlich mehr Sinn, eine Textdatei mithilfe eines Suchtools nach einem Stichwort zu durchsuchen.
Es kommt eben ganz auf den geplanten Einsatz an. Denn in der richtigen Anwendung kann Wissensmanagement in Form von Videos innerhalb eines Unternehmens zu effizienterem, aber auch angenehmerem Arbeiten beitragen und sich in den verschiedensten Bereichen einsetzen lassen. Besonders kurze Tutorials und genannte Projektvideos können in vielen Fällen zugleich Zeit sparen und Spaß machen.
Gerne informieren wir Sie, wie auch Ihre Firma von Videos profitieren kann!

Autorin: Carmen Mendetzki Brines
Consutling Analyst
Bilder:
- Foto von Thomas William auf Unsplash
- Foto von Glenn Carstens-Peters auf Unsplash
- Foto von DuoNguyen auf Unsplash