
Die Chefin begrüßt den neuen Mitarbeiter herzlich an dessen erstem Arbeitstag. Sie hat sich extra den ganzen Tag freigehalten, um den neuen Schützling an die Hand zu nehmen und ihm alles genauestens zu erklären. Das ist sehr nett von ihr – effizient und sinnvoll ist es jedoch nicht. Am Ende des Tages wurde der neue Mitarbeiter mit haufenweise Infos druckbetankt, von denen er die Hälfte auf dem Nachhauseweg schon wieder vergessen hat. Er hat noch nicht eine Sekunde lang selbstständig in einem der Systeme gearbeitet. Und die Chefin ist zwar mächtig stolz auf ihre vorbildliche Mitarbeiterfürsorge, sitzt dafür aber das halbe Wochenende am Schreibtisch, um die liegengebliebene Arbeit nachzuholen.

Die Reise eines Mitarbeitenden beginnt immer gleich: mit einem Onboarding. Es ist im Normalfall der erste richtige Kontaktpunkt als Mitarbeitender mit seinem neuen Arbeitgeber. Umso wichtiger ist es, diesen Einstieg so angenehm und effizient wie möglich zu gestalten. Wir setzen daher seit Jahren auf einen durchdachten Blended-Learning-Ansatz.
Das Beste aus digital und analog
Blended Learning ist eine Kombination aus digitalen Lernformaten und persönlicher Wissensvermittlung. Dabei wird versucht, das beste aus beiden Welten zu vereinen. Bei einem Onboarding kann der digitale Aspekt beispielsweise durch E-Learnings abgedeckt werden. Die neuen Mitarbeitenden eigenen sich selbstständig Inhalte an, indem sie ein vordefiniertes Selflearning absolvieren. Das Learning kann aus unterschiedlichen Medien bestehen: Texte, Videos, Präsentationen, Graphiken – eine gute Mischung sorgt für Abwechslung und stellt sicher, dass die Inhalte möglichst verständlich und interessant vermittelt werden.
Interaktion ist Trumpf
Dabei gilt es zu beachten, dass die Mitarbeitenden nicht nur mit Infos vollgepumpt werden, denn merken kann sich das alles ohnehin kein Mensch. Es ist daher sinnvoll, das Selflearning möglichst interaktiv zu gestalten. Im besten Fall arbeiten die Mitarbeitenden bereits direkt in den wichtigsten Systemen und lernen so die grundlegenden Funktionen kennen – und zwar nicht nur in der Theorie, sondern unmittelbar in der Praxis.
So erfüllen unsere neuen Mitarbeitenden beispielsweise kleine Aufgaben in einem eigenen Testprojekt in unserem internen Projektmanagementtool, um sich direkt im System mit den Grundlagen vertraut zu machen. Für die Vermittlung allgemeiner Infos und Hinweise zum Unternehmen und Arbeitsalltag nutzen wir unseren internen Wissensmanager, sodass die Mitarbeitenden diesen direkt in Aktion erleben. Auf diese Weise werden Informationen und Arbeitsweisen deutlich stärker im Kopf verankert. Und sollte später doch nochmal eine Frage aufkommen, kann man das Onboarding-Learning einfach als Nachschlagewerk nutzen.

Die Mitarbeitenden können dabei ihr Lerntempo selbst bestimmen. Für den einen sind bestimmte Hinweise völlig klar und selbstverständlich und es genügt, wenn er diese nur überfliegt. Andere müssen sich an der gleichen Stelle etwas mehr Zeit lassen, um wirklich alles genau zu verstehen. In jedem Fall bleibt einem der unangenehme Moment erspart, in dem die Chefin etwas erklärt und man einfach nur zustimmend nickt, obwohl man überhaupt nichts verstanden hat.
Damit alles strukturiert abläuft und niemand unterwegs verlorengeht, haben wir unser Onboarding in unserer eigenen Digitalen Academy verankert. Hier ist genau festgelegt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Lernmodule absolviert werden sollen und wo es als nächstes weitergeht. Die neuen Mitarbeitenden haben einen guten Überblick zu ihrem Fortschritt und sehen genau, welcher Weg noch vor ihnen liegt. Und möchten sie zwischendurch eine wohlverdiente Pause einlegen, können sie anschließend automatisch an der richtigen Stelle fortfahren.
Ein Gewinn für beide Seiten
Neben zufriedenen und gut eingearbeiteten Mitarbeitenden profitiert das Unternehmen auch auf andere Weise vom Blended-Learning-Ansatz. Die Chefin muss sich nicht jedes Mal einen ganzen Tag freinehmen, um alles persönlich zu erklären. Die Learnings müssen lediglich einmal erstellt und gegebenenfalls ab und an aktualisiert werden. Gerade bei vielen Mitarbeitenden oder einer hohen Mitarbeiterfluktuation erspart dies enorm viel Aufwand.
Zudem stellen Sie sicher, dass alle wichtigen Inhalte im Onboarding berücksichtig sind und nicht aus Versehen die ein oder andere Info vergessen wird. Auf diese Weise lassen sich ein nachhaltiges Wissensmanagement und ein zielführendes Onboarding optimal verknüpfen.
Mit dem richtigen Blended-Learning-Konzept zum Erfolg
Bei all den digitalen Vorzügen sollte der persönliche Aspekt bei einem Onboarding selbstverständlich nicht vernachlässigt werden. In persönlichen Gesprächen heben wir besonders wichtige Punkte hervor und geben den Mitarbeitenden Raum für Fragen. Schließlich geht es beim Onboarding nicht nur darum, Informationen zu vermitteln, sondern auch um das gegenseitige Kennenlernen. Gerade die Unternehmenskultur kann auf diesem Wege am eindrücklichsten und verständlichsten vermittelt werden – ganz nach dem Motto „Show, don’t tell“. Die digitalten Tools sollten also den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen.

Mit einer sinnvollen Mischung aus analog und digital können Sie Ihren Onboarding-Prozess für beide Seiten so erfolgreich und angenehm wie möglich gestalten – und Ihren neuen Mitarbeitenden einen optimalen Start für ihre neue Reise gewährleisten. Melden Sie sich gern bei uns, wenn wir Sie bei der Digitalisierung Ihrer Onboardings unterstützen sollen!

Autor: Dr. Steffen Wietzorek
Senior Consultant