Dezember: Das Jahr trudelt langsam dem Ende entgegen, die Welt kleidet sich in ihr weißes Gewand und unsere Ohren werden mit den sanften Klängen von “Last Christmas” beträufelt. Hach, ist das nicht schön?! Na ja, in der Realität sieht es leider meist ganz anders aus: Der Stresslevel erreicht kurz vor Weihnachten noch einmal ein neues Hoch. Nicht nur müssen rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke besorgt werden, sondern auch auf der Arbeit warten noch genügend Projekte, die pünktlich vor dem Jahreswechsel abgeschlossen sein wollen. Umso mehr freut man sich auf die gemeinsame Weihnachtsfeier, bei der man mit den Kollegen und Kolleginnen bei einer dampfenden Tasse Glühwein gemütlich das Jahr ausklingen lassen kann.

Alles ist anders – und irgendwie auch nicht

In diesem besonderen Jahr ist jedoch vieles anders. Der Stress ist nach wie vor präsent, möglicherweise sogar noch intensiver als sonst. Gleichzeitig machen Corona und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen ein gemeinsames Feiern aber unmöglich. Und gerade nach dieser schwierigen und anstrengenden Zeit wäre eine kleine Belohnung für uns alle doch so wichtig gewesen. Was also tun? Den Kopf in den Schnee stecken? Sich alleine mit einer Flasche Rotwein in der eigenen Wohnung einschließen und über die Ungerechtigkeit der Welt sinnieren? Klingt verlockend – wir haben uns dennoch für einen anderen Weg entschieden.

Wenn es möglich ist, ein Gin-Tasting oder einen ganzen Markt virtuell durchzuführen, warum sollte dies dann nicht auch bei einer Weihnachtsfeier funktionieren? Normalerweise trifft sich unser gesamtes Team für den Jahresabschluss in einem eigens hierfür gebuchten Hotel-Konferenzraum – dieses Jahr natürlich unmöglich. Daher verlegten wir die Versammlung kurzerhand in unseren digitalen GoToMeeting-Raum und saßen uns dort alle um Punkt 9 Uhr mit eingeschalteter Webcam gegenüber. In einer Mischung aus Präsentationen und interaktiven Elementen wie Mentimeter ließen wir das Jahr Revue passieren und diskutierten über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Projekte. Es war schön, gerade auch die KollegInnen zu sehen und hören, die nicht direkt bei uns in Tübingen ansässig sind, sondern sich auf Standorte wie Köln, Augsburg und Koblenz verteilen. So hatte man trotz der räumlichen Distanz das Gefühl, das gesamte Team an einem Ort versammelt zu haben.

Plaudern am virtuellen Glühweinstand

Nach dem offiziellen Teil folgte natürlich das Wichtigste: die Weihnachtsfeier. Da das traditionelle Betriebs-Weihnachtsessen nicht wie sonst in einem Restaurant vor Ort stattfinden konnte, bestellten wir uns alle individuell einen leckeren Gaumenschmaus – Pizza, Käsespätzle, Maultaschen, Sushi – und trafen uns anschließend in Whereby zum gemeinsamen Festessen. Selbstverständlich wurde bei dieser Gelegenheit auch schon der ein oder andere Glühwein gestürzt. Mit vollem Magen und leicht angeheitert stellten wir uns anschließend in einem Kahoot-Quiz unterhaltsamen Fragen zu den einzelnen MitarbeiterInnen. Was hat der Chef eigentlich direkt nach seinem Abitur so getrieben? Welche Mitarbeiterin schläft in Katzenbettwäsche? Und wie zur Hölle kam einer der Kollegen auf die Idee, einen eigenen “Tin Foil Award” ins Leben zu rufen?

Nachdem all diese Fragen geklärt waren, ging es weiter auf den virtuellen drehmoment-Weihnachtsmarkt. Während im Hintergrund leise die Musik von “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” vor sich hin dudelte, konnte man über eine Marktkarte in MS Teams einen von drei virtuellen Ständen auswählen: Der Glühweinstand diente als Anlaufstelle für all jene, die sich gern über Whereby mit den KollegInnen auf ein kleines Pläuschchen treffen wollten – mit oder ohne Glühwein. Die anderen beiden Stände boten die Möglichkeit, eine Partie Scribble – eine Online-Version von Montagsmaler – oder Caroling Cards zu spielen. Und wer zwischendurch kurz seine Ruhe haben wollte, musste sich nicht wie bei herkömmlichen Weihnachtsfeiern auf der Toilette verkriechen, sondern konnte ganz einfach mal schnell die Webcam und das Mikrofon ausschalten – also alles völlig stressfrei und ungezwungen. Zum Abschluss wartete schließlich noch ein Pubquiz, bei dem alle MitarbeiterInnen in drei Teams ihre Kenntnisse zu Serien, Filmen und Musik unter Beweis stellen durften – ebenfalls völlig unkompliziert über MS Teams.

Die Freude überwiegt

Am Ende des Abends blieben wir alle mit ein wenig gemischten Gefühlen zurück. Natürlich war es einerseits schade, dass wir uns nicht wie sonst persönlich an einem Tisch gegenübersitzen und direkt in die Augen sehen konnten. Andererseits waren wir aber vor allem sehr glücklich darüber, dass wir nicht auf diesen gemeinsamen Jahresabschluss verzichten mussten. Und es war erstaunlich, wie sich das gewohnte gemeinschaftliche Gefühl auch im virtuellen Rahmen einstellte – als wären wir tatsächlich alle an einem Ort versammelt. Wir können daher nur jeden dazu ermutigen, selbst auch ein solches virtuelles Event zu wagen – egal ob Firmenfeier oder Teamevent. Und selbstverständlich stehen wir Ihnen dabei gerne mit Tipps und Ideen zur Verfügung. Für uns persönlich war es letztendlich jedenfalls ein ganz besonderer Abschluss eines ganz besonderen Jahres.

Autor: Steffen Wietzorek, Consulting Analyst drehmoment www.drehmoment-gmbh.de